"Egal in welcher Form - als Kapelle, als zerkratzte Grammophonplatte oder später als blechernes Radio - immer wieder erzählt der Tango die Geschichte dieser zerstörten Hoffnungen."

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Interview mit Carel Kraayenhof

Interview mit Carel Kraayenhof im Kaufleuten nach dem Konzert "Street Tango" (am 25.7.2005 anlässlich der Tangowoche Zürich)

Fotos vom Konzert am 25.7.2005

Fragen von tangoinfo an Carel Kraayenhof:


Konzert am 25.7.2005
Was war dein schönstes Erlebnis in diesen Tagen in Zürich?

Dieses Konzert heute war wirklich sehr schön. Es ist ein sehr schöner Saal hier im Kaufleuten, welches auch ein Hot Stage ist. Hier kommen auch immer sehr wichtige Musiker her wie Prince und Tina Turner und es ist immer sehr schön, wenn wir wie Kammermusiker vor so einem guten Publikum spielen können.

Haben wir heute in dem Konzert "Street Tango" einen neuen Karel Craayenhof und ein neues Sexteto Canyengue gehört?

Ja. Es gibt jetzt viele neue Musiker im Sexteto Canyengue und es ist besser als niemals zuvor. Wir haben gute Streicher mit Emma Breedveld und Wim Vos, auch mit unserem neuen Kontrabassisten Jaap Branderhorst, heute spielte zum ersten Mal Andre van Berlo mit, unser Gitarrist.Wir haben einen sehr guten Percussionisten, Arie den Boer, der beim Street Tango immer dabei ist. Unser Pianist Sebastiaan van Delft ist seit langem bei uns, er war auch beim Konzert vor 3 Jahren in Basel dabei.

Konzert am 25.7.2005 Ist es jetzt für euch ein Wandel, die Kombination der Musik von Bernstein und Piazzolla? Oder ist es vielmehr eine Symbiose?

Ich sehe es wie eine Symbiose. Piazzolla hatte mich 1987 nach New York eingeladen, wo ich ein Musical von ihm in der Westside von Manhattan spielte. Das Publikum verglich diese Musik mit West Side Story, es gab auch Messergefechte und Gangs, das Piazzolla-Musical spielt aber in Buenos Aires. Dann dachte ich mir, ich mache ein Projekt mit der Musik von Bernstein, die ich schon als Kind geliebt hatte -meine Eltern hatten immer diese Schallplatte aufgelegt. Das Wunderschöne ist, dass die Töchter Diana Piazzolla und Jamie Bernstein einen Kommentar auf der CD Street Tango geschrieben haben. Und wie Jamie sagt, obwohl sich Piazzolla und Bernstein zu Lebzeiten nie kennengelernt hatten, sind sie im Musikerhimmel bestimmt beste Freunde!

Stichwort Messerstecherei. In den Streets of Westside und in den Calles de Buenos Aires gibt es bestimmte gesellschaftliche Parallelen, nur 60-80 Jahre auseinander. Ist das ein Indiz, dass die gesellschaftlichen Probleme nicht gelöst sind?

In beiden Städten nicht! Es gibt immer Spannungen in diesen Städten, es sind auch multikulturelle Städte und Emigrantenstädte. Es ist auch ein Vergleich, dass Piazzolla in dieser Stadt des Tangos gelebt hat und versucht hat, dem Tango ein neues Gesicht zu geben. Bernstein hat das mit dem Jazz gemacht, die Fusion mit klassischer Musik, mit Oper und mit puertoricanischer Musik.

Konzert am 25.7.2005 Was sind eure nächsten Auftritte und Pläne?

Nächste Woche haben wir einen Auftritt in Oldenbourg zusammen mit dem Bandoneonisten Rocco Boness, der auch mein Bandoneon-Stimmer und -Reparateur ist. Ich schreibe jetzt sehr viele Kompositionen für meine Tangohelden- wir machen ein neues Programm "Tango Heroes", in dem ich Kompositionen an meine Tangohelden widme wie Pugliese, Roberto Alvarez, Alfredo Marcucci, Osvaldo Ruggiero. Ich habe auch drei Stücke für Tangoschüler in Holland geschrieben, Stücke wie "el corte und el gancho".

Wir werden in Zukunft mit einem Rocksänger aus Buenos Aires auftreten, mit Omar Mollo. Er trägt sehr langes Haar, ist ganz geliebt in Buenos Aires und singt seit einigen Jahren Tango. Er hat eine Stimme wie Gouyeneche!

Wirst du einmal auch etwas ganz neues spielen?

Ich spiele bereits jedes Jahr etwas neues. Ich habe oft Einladungen mit Co-Bands, ich habe z.B. mit der holländischen Band "Blöff" gespielt, die ich in Buenos Aires gesehen habe. Einmal haben sie Herbert Grönemeyer eingeladen, mit dem ich dann gespielt habe.

Konzert am 25.7.2005 Du hattest mir beim Interview in Basel zu Ostern 2002 gesagt, du wirst vielleicht einmal die Prinzessin Maxima und den Prinzen Willem Alexander Tango tanzen sehen. War das schon der Fall?

Sie haben jetzt zwei Töchter und sind immer unterwegs, Maxima ist sozial sehr engagiert.

Also haben Maxima und Willem doch keine Zeit für Tango?

Ich fürchte noch nicht. Aber als wir einmal bei ihr waren, hat sie das Bandoneon auf die Knie genommen und hat einen sehr schönen Ton produziert - sie hat Talent dafür!

Ich bedanke mich für das Interview!
(mi)


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Links:
Sexteteo Canyengue: www.sextetocanyengue.com
Interview mit Carel Kraayenhof am Ostertango 2002 in Basel:
www.tangoinfo.ch/interview/kraayenhof/kraayenhof_2002.shtml


Konzert am 25.7.2005


update: 05 May 2006 © tangoinfo.ch
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