"Wenn es den Menschen schlecht geht, dann geht es dem Tango gut."

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3. Profile für eine schöne Milonga

Die Antworten für die Themenbereiche Musik, Menschen und Ambiente wurden auf einer 4-stufigen Skala mit "unwichtig", "eher unwichtig", "eher wichtig"oder "wichtig" angegeben. Auf eine neutrale Antwortkategorie sowie auf "weiss nicht" wurde bewusst verzichtet, d.h. es muss ein Votum in die eine oder andere Richtung abgegeben werden.

Zum Verständnis der Umfrage muss man die Bedeutung eines Merkmals von seinen konkreten Ausprägungen auseinanderhalten. Als Beispiel sei der Musikstil bei Milongas genannt. Die Frage lautete also nicht: "welches ist für dich der wichtigste Musikstil für eine schöne Milonga?" Eine solche Fragestellung wäre zu konkret und würde ein zu grosses Antwortspektrum nach sich ziehen. Stattdessen wird also die Frage auf eine höhere Ebene verlagert und nach der Bedeutung verschiedener Musikstile gefragt, also "wie wichtig sind für dich verschiedene Tango-Musikstile für eine schöne Milonga?" Der Fokus liegt somit auf der Vielfalt der Musikstile, unabhängig von der konkreten Ausprägung.
Abbildung 3

3.1 Musik

Bei der Musik ist wichtig, dass abwechslungsreiche Tangostile und auch neue, bisher unbekannte Stücke gespielt werden. Ein DJ sollte also die Besucher nicht nur seinen eigenen Lieblingsstil auflegen, sondern er sollte kreativen und abwechslungsreiche Musikstilen bringen. Musikeinlagen mit fremden Musikstilen wie Salsa oder Swing sind für die Befragten eher unwichtig! Bei den Freitextantworten kam überwiegend der Wunsch zum Ausdruck, dass die Musik gut tanzbar sein sollte.

Zu der Pausenmusik zwischen den Tanzrunden (Cortina) haben die Teilnehmer ein sehr indifferentes Verhältnis. Das Antwortverhalten zeigt hier eine sehr grosse Streuung. Generell kann ein DJ die Cortina ruhig integrieren, er sollte aber im Detail darauf achten, wie sein konkretes Publikum darauf reagiert. Gast-DJ's sind für eine schöne Milonga weniger bedeutsam, d.h. den Leuten kommt es weniger darauf an, wer die Musik auflegt als vielmehr dass es sich um abwechslungsreiche und gut tanzbare Musik handelt.

Überraschenderweise hat bei den Befragten die Livemusik weniger Bedeutung als ein technisch guter Sound! Den technischen Sound bereitzustellen ist Aufgabe der Veranstalter (also mit entsprechendem Equipment).

3.2. Menschen

Die Milonga ist der vornehmliche Ort zum Tanzen. Für die Befragten ist es wichtig, Entspannung vom Alltag zu finden, am besten in einer kommunikativen Atmosphäre. Auch wird das generelle Tanzniveau noch eingermassen wichtig eingestuft wie auch der Wunsch, dass es möglichst viele gut tanzende Milongueros/ Milongueras gibt (hier wird es später auch einen Unterschied zwischen den Geschlechtern geben). Dies ist insgesamt ein hoher Anspruch; es bringt zum Ausdruck, dass die Befragten in der Mehrzahl schon fortgeschrittene Milongueros/as sind.

Bereits indifferent ist der Wunsch, neue Leute kennenzulernen oder ganz bestimmte Tangotänzer/innen anzutreffen. Der Tango wird in vielen Publikationen gerne als erotischer Tanz bezeichnet - umso erstaunlicher ist es, dass bei der Begegnung der Geschlechter dem "erotischem Knistern" auch nur eine mittlere Bedeutung beigemessen wird. (Anmerkung: hier gibt es Unterschiede zwischen Mann und Frau, was im nächsten Kapitel gezeigt wird). Das Klischee des erotischen Tangotanzens wird also nicht bestätigt, jedoch auch nicht widerlegt. Besucher, die nur zuschauen und selbst nicht tanzen, sind für eine schöne Milonga eher unwichtig. Auch ist eine schöne Milonga kein Forum zum "Sehen und Gesehen werden", schon gar nicht ein Marktplatz der Eitelkeiten. Dass die Milonga in der Praxis durchaus für einige Leute als ein solches Forum dient, soll ja schon mancherorts beobachtet worden sein.

3.3. Ambiente

Diese Faktoren stellen die äusseren Rahmenbedingung dar, unter denen die Milonga stattfindet.
Die Veranstalter können die Milonga hier am besten beeinflussen, indem sie die Milonga entsprechend konzipieren.

Die wichtigsten Punkte für eine schöne Milonga sind nach Meinung der Befragten:
  • eine grosse Tanzfläche
  • die Qualität des Fussbodens
  • gute Luftqualität/Belüftung im Tanzsaal
Eine noch eher wichtige Bedeutung haben die Punkte
  • gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und genügend Autoparkplätze
  • Wochentag/Uhrzeit der Milonga
  • Höhe des Eintrittspreises
  • Milonga soll gut organisiert sein
  • ab und zu festlicher Tangoball
  • im Sommer Open Air Milonga
  • Ambiente im Salon, Dekoration, Ausstattung
  • genügend Sitzgelegenheiten
  • Barbetrieb mit Getränken
  • Tangosalon soll sauber und gepflegt sein
  • genügend Garderobemöglichkeiten
  • der Zustand der sanitären Einrichtungen
Im mittleren Feld liegen die Faktoren
  • Tangosalon befindet sich in besonderer Umgebung, z.B. Bahnhöfe
  • genügend Fahrrad-/Velo-Parkplätze
  • Sympathische Veranstalter
  • Auftritte von Künstlern aus der lokalen und aus der internationalen Tangoszene
  • spontane, nicht angekündigte Auftritte von Künstlern
Und von unwichtiger Bedeutung sind:
  • das Quartier, der Stadtteil passt gut zum Tango-Flair
  • vorangehende Practica mit Tanzlehrern
  • Beaufsichtigte Garderobe
  • Speise-Möglichkeiten

Fazit: Hier wurde ziemlich pragmatisch bewertet und für die schöne Milonga sind die äusseren Voraussetzungen zum Tanzen am wichtigsten. Speisemöglichkeiten sind hingegen unbedeutend!


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update: 16 Nov 2003 © tangoinfo.ch
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